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Tipps zu Fenstern im Winter: Wahr oder falsch?

Tipps, Tricks, Hacks, wohin man schaut. Gut gemeinte Ratschläge bekommen wir heute an vielen Stellen. Gerade in Social Media sorgen immer absurdere Hacks für Reichweite. Also sollten wir wirklich die Fenster mit einer Kartoffel abreiben, damit sie nicht beschlagen? In diesem Artikel gehen wir Hacks rund um Fenster im Winter auf den Grund und unsere BAUWIKI-Experten erklären, wieso diese funktionieren oder eben nicht.

Wintermodus am Fenster – praktisch oder Humbug? 

Das Thema Nummer eins rund um Fenster im Winter, das derzeit auf Social Media die Runde macht, ist der sogenannte Wintermodus am Fenster. Durch Anziehen des Rollzapfens soll der Anpressdruck im Fensterrahmen erhöht werden und so weniger Zugluft in die Wohnung gelangen. Letztlich sollen dadurch Heizkosten gespart werden. 

Dieser Hack ist jedoch größtenteils ein Mythos: Denn zum einen haben nicht alle Fenster einen verstellbaren Rollzapfen, zum anderen liegt die erreichte Heizkosten-Ersparnis bei den meisten handelsüblichen Fenstern im Cent-Bereich. Zudem ist erhöhte Vorsicht beim Einstellen des Rollzapfens geboten: Denn bleibt der sogenannte „Wintermodus” mit erhöhtem Anpressdruck dauerhaft bestehen, kann der Fensterrahmen sogar Schaden nehmen und Dichtungen sich schneller abnutzen. 

Fazit: Der „Wintermodus” am Fenster gehört zur Welt der Social Media Mythen. 

Fenster kippen im Winter – Energieverschwendung oder okay? 

Ein weiterer Tipp, der sich hartnäckig hält, ist, dass man im Winter auf den Kippmodus an Fenstern verzichten sollte. Das ist absolut richtig, denn beherzigt man diesen Tipp, kann man deutlich Heizkosten sparen: Denn ein ausreichender Luftaustausch dauert bei Kipplüftung ca. eine Stunde, bei Stoßlüftung etwa 5 bis 10 Minuten. Während der langen Lüftungszeit kühlen die Wände in Fensternähe stark aus, was Schimmelbildung begünstigen kann. Zudem entweicht während des Kippens kontinuierlich warme Luft nach draußen, während kalte Luft hineinströmt – ein echter Energieverschwender! 

Wer also effizient lüften will, ohne „zum Fenster hinaus” zu heizen, sollte mehrfach am Tag die Heizung ausschalten und für 5 bis 10 Minuten stoßlüften. Das ist deutlich effizienter als das gekippte Fenster. 

Fazit: Auf Kipplüftung zu verzichten ist ein guter Tipp im Sinne der Energieeffizienz. 

Kondenswasser durch Wäschetrocknen – ist das wirklich so? 

Die Fenster sind beschlagen? Dann hört man oft: Trocknest du Wäsche in der Wohnung? Und tatsächlich stimmt das zumindest teilweise: Beim Trocknen von Wäsche wird eine Menge Feuchtigkeit in die Raumluft abgegeben. Diese setzt sich vor allem an kalten Flächen wie Fensterscheiben als Kondenswasser ab und die Scheiben beschlagen. Denselben Effekt kann auch das Duschen oder Kochen haben. 

Doch das heißt nicht, dass die Wäsche immer nur im Keller trocknen muss. Wichtig ist, die Feuchtigkeit im Raum im Auge zu behalten. Dabei kann es hilfreich sein, die Türen zum feuchteren Raum geschlossen zu halten, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der ganzen Wohnung verteilt. Und wie so oft ist regelmäßiges Lüften der Schlüssel. Ein Hygrometer kann dabei unterstützen, indem es die Luftfeuchtigkeit misst. Liegt sie über 60 %, ist es Zeit, zu handeln – als Sofortmaßnahme mit Stoßlüften, dauerhaft kann auch ein Luftentfeuchter helfen. 

Fazit: Feuchtigkeit durch Wäsche ist normal und da können die Fenster auch mal kurz beschlagen. Mit dem richtigen Lüften ist das Problem aber schnell zu beseitigen. 

Neue Fenster beschlagen nicht – Fakt oder fake? 

Eine weitere beliebte Erklärung, wieso Fenster innen beschlagen oder sich sogar Feuchtigkeit am Rahmen absetzt, ist, dass die Fenster einfach alt sind. Neue Fenster mit Mehrfachverglasung versprechen Abhilfe. Doch ist das wirklich so? Kurioserweise beschlagen gerade neue, energieeffiziente Fenster oft mehr als ältere Fenster. 

Das liegt daran, dass moderne Fenster besser isolieren. Das heißt, weniger Wärme entweicht, aber dadurch bleibt die Raumluftfeuchte „gefangen“. Sobald die Scheibenoberfläche von außen kalt genug wird, bildet sich Kondenswasser. 

Hier gilt ebenfalls: Regelmäßiges Stoßlüften hilft, die Feuchtigkeit aus der Luft zu entfernen. Kondenswasser kann auch mit einem Lappen vom Rahmen entfernt werden. Damit die warme Luft im Zimmer optimal zirkulieren kann, sollten Heizkörper unter den Fenstern nicht von Möbeln oder Vorhängen blockiert werden. 

Fazit: Neue Fenster sind keine Garantie gegen Beschlagen, aber mit den richtigen Maßnahmen bleibt alles trocken. 

Auf der Suche nach neuen Fenstern? Dann gibt unser Dachfenster-Wiki wichtige Tipps rund um die Auswahl, den Einbau und die Sanierung von Fenstern.